Medikamentensucht

Die Medikamentensucht ist eine der am schwersten zu durchschauenden Suchtformen, daher auch statistisch nicht exakt zu erfassen. 
Die Zahlen werden von Fachstellen auf zwischen 1,4 und 1,9 Medikamentenabhängige geschätzt. Aber man muss von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. 

Frauen sind mindestens doppelt so oft betroffen als Männer. 
Ab dem 40. Lebensjahr steigt die Abhängigkeit sprunghaft an. 

Am meisten missbraucht werden Medikamente wie Schmerzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel, gefolgt von Anregungsmitteln, Abführmittel und Appetitzüglern. 

Leicht gemacht wird es Abhängigen durch freiverkäufliche Medikamente in Apotheken und Online-Apotheken.

Nicht zu vergessen die Arzneimittelwerbung mit der wirkungsvoll und gezielt in den Medien geworben wird und die Menschen zum Kauf und Gebrauch verschiedener Medikamente animiert. 

Die Sucht wird von Ärzten oft nicht erkannt, manchmal sogar unterstützt. 
Einem Teil der Patienten ist sogar selbst nicht klar dass sie abhängig sind, solange sie regelmässig die Medikamente einnehmen und somit keine Entzugserscheinungen haben.